Mega Drive
Die Konsolen
» Mega Drive
» Mega CD
» 32x
Variationen
» Mega Drive 2 und Mega CD 2
» Mega Jet
» Multi Mega
» Nomad
» Neptune
Varianten von Fremdherstellern
» Teradrive und Mega PC
» Wondermega
» LaserActive
» Aiwa CSD-GM1
» MSX A330 und AX990
» Genesis 3
» Mega Drive 3
» PlayTV
» Mega Drive Portable
» Twin Pad Player
Zubehör
» Adapter und Converter
» Eingabegeräte
Technische Daten
» Technische Daten
Anders als bei den meisten Videospielsystemen war das Mega Drive nicht nur eine Konsole, die irgendwann ausgereizt war und eingestellt wurde, sondern SEGA spendierte den Spielern noch zwei wegweisende Erweiterungen, die das Gerät immer auf den aktuellen Stand der Technik heben und so natürlich den Erfolg SEGA`s weiter ausweiten sollte. Welche Geräte das waren und warum dieses eigentlich gute Konzept scheiterte, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt. Viel Spaß beim lesen!
Wir schreiben das Jahr 1988. SEGA, der ewige Zweite nach Nintendo, läutete als einer der ersten Konsolenhersteller die 16-Bit-Ära ein. Zwar begann NEC mit der PC-Engine bereits 1 Jahr zuvor eine 16-Bit-Konsole am Markt zu platzieren, dennoch blieb ihnen mit nur ca. 7 Millionen verkauften Exemplaren der ganz große Durchbruch verwehrt. Den Hype um 16-Bit-Systeme konnte erst SEGA mit ihrer neuen Konole auslösen: Dem Mega Drive! Aus technischer Sicht hatte es damals einiges zu bieten, denn die Technik ging, wie auch schon beim Master System, direkt aus SEGA´s Spielhallenautomaten hervor, was der Konsole zu einem bis dato unbekannten Grafik- und Sounderlebnis verhalf. Angetrieben wurde diese durch einen modernen 68000-Prozessor, gesteuert wurde mit einem 3-Button-Pad, welches zusätzlich noch über einen Start-Knop verfügte. Allerdings war es dennoch ein steiniger Weg bis dem Mega Drive der Durchbruch gelang...Das Mega Drive wurde von den Japanern nämlich nur kaum angenommen und Fremdhersteller trauten sich nicht so recht an das neue System heran. 1990 wagte SEGA allerdings den Schritt nach Europa und in die USA, wobei die Konsole in den USA unter dem Namen Genesis vermarktet wurde. Dies war auch der endgültige Durchbruch für SEGA´s schwarze Konsole. Nicht nur fand das Gerät hier einen deutlich besseren Absatz, sondern auch viele der westlichen Entwickler begannen für das Mega Drive ihre Software zu programmieren. So schaffte es das Mega Drive bis 1992 in den USA und Europa zur beliebtesten Konsole zu werden.
Selbst die Einführung von Nintendo´s Super Nintendo im Jahre 1991 konnte SEGA´s Siegeszug kaum bremsen. Mit tollen neuen Konzepten und dem Ziel vermehrt die älteren Spieler anzusprechen, schaffte es SEGA im Jahre 1993 zu einem wahnsinns Marktanteil von 66% in Europa bzw. 45% in den USA. Natürlich hat dieser Erfolg auch ein weiteres Geheimnis: Es ist blau, stachlig und verdammt schnell. Die Rede ist von Sonic the Hedgehog!
Nachdem Alex Kidd, SEGA´s bisheriges Maskottchen, kaum auf großen Zuspruch stieß, machte es sich Yuji Naka 1990 zur Aufgabe eine völlig neue, aggressive und extrem schnelle Art von Jump & Run zu entwickeln, welches zudem noch eine einmalige Hauptfigur bieten sollte. Nach kurzer Bedenkzeit und einigen Ideen, die wieder vorworfen wurden, war 1991 der blaue Igel geboren und ist bis heute noch einer der beliebtesten und bekanntesten Videospielcharaktere. So hatte SEGA endlich sein Makottchen, welches es mit Mario aufnehmen konnte. Das Spiel war schneller, bunter und verrückter als die der Klempnerbrüder und wurde somit sehr gut angenommen, wodurch SEGA nach kurzer Zeit immer und immer wieder Nachfolger nachschob, um die Fans mit neuer Kost zu befriedigen. Und dies war nur möglich, weil SEGA, aus Mangel an 3rd-Party-Herstellern, sehr stark auf Eigenproduktionen setzen mußte, um ihre Konsole am Leben zu halten. Aus dieser Not und der Entwicklung Sonic´s ging das Sonic Team hervor, welches nicht nur das Igel-Spiel immer weiter fortsetzte, sondern auch mit vielen gewagten Konzepten immer wieder für Überraschungen sorgte (z.B. Nights into Dream für den Saturn).Sega schaffte es letztendlich bis 1997 ca. 30 Millionen Exemplare des Mega Drive zu verkaufen und dafür ca. 850 Spiele auf den Markt zu bringen. Leider blieb das Mega Drive auch SEGA´s einzigster Verkaufsrenner, weshalb sie im September 2001 die Konsolenproduktion und -entwicklung einstellten und seither nur noch Software für andere Hersteller (Sony, Nintendo, Microsoft) entwickeln und sich ansonsten wieder auf Arcade-Automaten konzentrieren.
Am 12.12.1991 machte SEGA wieder von sich reden: Wärend Nintendo Ende 1990 gerade erst das SNES (Super Nintendo Entertainment System) veröffentlichte, erkannte SEGA wieder vorzeitig Trends und ergänzte das » Mega Drive mit einem CD-Untersatz - Das Mega CD war geboren! Nun konnte man für Spiele-Software nicht nur den schier unglaublichen Speicherplatz einer CD nutzen, sondern hatte durch einen zweiten 68000-Chip eine konkurenzlos starke Hardware geschaffen. Diese erste Version des Mega CD, wurde allerdings nur in Japan und den USA, wo es den Namen Sega CD trug, flächendecken veröffentlicht. Die einzigen wenigen Exemplare für Europa bleiben nahezu ausschließlich Großbritanien vorbehalten.Um dieses Gespann zu betreiben, steckte man das Mega CD einfach unter das Mega Drive, welches dort über den EXT-Anschluß elektrisch mit dem Hauptgerät verbunden war. Dennoch benötigte man für diese Kombination ein weiteres Netzteil. Die Spiel- bzw. Audio-CD`s kamen dann in ein Schubladen-Laufwerk, welches über einen äußerst seltsamen Öffnungsmechanismus verfügte. Um das Laufwerk zu öffnen, drückte man am Mega Drive den Reset-Knopf, wodurch das Gerät neustartete und die CD auswarf. Ein weiterer Druck auf Reset schloß das Laufwerk wieder und die CD wurde geladen. Leider war dieser Frontlader sehr empfindlich, wodurch es heutzutage schon fast eine Seltenheit ist, noch ein einwandfrei funktionierendes Mega CD zu bekommen. Zusätzlich verfügte die Konsole noch über einen internen Speicher für Spielstände von 64 kbit, welcher durch Steckmodule für den Mega Drive-Modulschacht (Bild links) noch erheblich erweitert werden konnte.
Obwohl das Mega CD über eine unglaubliche Power der zwei Hauptprozessoren und eines eigenen Grafikchips, welcher stufenlose Zoom- und Rotationseffekte ermöglichte, verfügte, flopte die Konsole weltweit. Nicht nur der hohe Preis schreckte damals potentielle Käufer ab, sondern auch die mangelnde Unterstützung der Entwickler führte zu einem großen Defizit. Kaum ein Spiel vermochte die Leistung des Gespanns wirklich zu nutzen, sondern es erschienen in erster Linie nur langweilige interaktive Filme, welche noch dazu an einem weiteren Problem der Konsole krankten: Es konnten, wie schon beim Mega Drive, nur 64 Farben gleichzeitig dargestellt werden, wodurch Full-Motion-Videos zu einem unschönen Pixel- und Farbbrei verkamen. Dennoch gab es einige wenige Highlights für dieses System. Spiele wie Thunderhawk, Battlecorps, Soulstar, Ecco the Dolphin CD und natürlich Sonic CD zeigten eindrucksvoll, was theoretisch alles möglich war. Besonders die CD-Soundtracks der Spiele hoben sich damals enorm vom der üblichen Pieps-Musik der Module ab. Insgesamt wurden ca. 210 Spiele für das Mega CD veröffentlicht, welches es aber selber nur auf etwa 2,5 Millionen verkaufte Geräte brachte. Der Siegeszug von SEGA erlebte damit erstmals einen herben Rückschlag. Doch es wurde nicht besser...
Hayao Nakayama, damaliger Geschäftsführer bei SEGA of Japan, beauftragte Anfang 1994 das Unternehmen eine 32-Bit-Konsole für das Weihnachtsgeschäft zu entwickeln. Das Projekt Jupiter, welches ein aufgewertetes » Mega Drive werden sollte, wurde daraufhin an SEGA of America übergeben, wo es jedoch auf Ablehnung stieß. Dort entschied man sich, das man dies auch durch einen zusätzlichen Hardware-Aufsatz für das Mega Drive durchführen konnte. So wurde das Projekt Mars ins Leben gerufen, welches im November 1994 als Mega Drive 32x im Laden stand. Allerdings erwies es sich als Totgeburt. Trotz der Power zweier SH2-Risc-Prozessoren und der Anhebung auf bis zu 32768 gleichzeitig darstellbarer Farben, wurden dafür nur ca. 40 Spiele veröffentlicht. Die meisten davon waren allerdings grottenschlecht und nur wenige Titel, wie Knuckles Chaotix, Star Wars Arcarde und Virtual Racing 32x, wußten wirklich zu begeistern.Die Konsole wurde einfach in den Modulschacht des Mega Drive gesteckt und noch zusätzlich über ein Audio/Video-Kabel mit dem Grundgerät verbunden. Dazu kam noch ein weiteres Netzteil, wodurch eine vollständige Mega Drive/CD/32x-Kombination nun schon drei Netzteile benötigte. Als Medium für die 32x-Software konnten Module oder CD´s dienen, wobei der größte Teil der Spiele allerdings als Modul erschien. Die meisten Softwarefirmen schäuten sich jedoch vor diesem Konstrukt aus Konsolen, weil sich die Entwicklung von Spielen dafür als äußerst kompliziert erwies. Zudem stand ja mit dem nahezu gleichzeitig erscheinenden Saturn, von dessen Entwicklung SEGA of America nicht informiert wurde, Konkurenz aus dem eigenem Haus auf dem Plan. Auch Sony`s Playstation stand bereits in den Startlöchern, also verwunderte es eigentlich nicht, das niemand mehr auf dieses Upgrade setzen wollte. Da sich das 32x als SEGA`s größter Flop erwies, nahm Tom Kalinske, damaliger Präsident von SEGA of America, infolge dessen seinen Hut. Leider litt das Vertrauen der Fans merklich unter diesem Flop, wodurch SEGA`s guter Ruf langanhaltend geschädigt wurde.
Im Laufe der Zeit entwickelte SEGA ihre Konsole immer weiter. Neben optischen Veränderungen gab es auch einige Kombinationen der Grundkonsolen in einem Gerät und sogar einige Handheld-Ableger. Mit den verschiedenen, teils sehr seltenen und bei Sammlern begehrten Exemplare wird sich also der nun folgene Abschnitt beschäftigen.
1993 spendierte SEGA weltweit dem » Mega Drive ein neues Gehäuse. Es sollte kleiner, moderner und natürlich kostengünstiger sein als die bisherige Version. Dazu fielen der Modernisierung vorallem, in SEGA`s Augen, überflüssige Dinge zum Opfer. So verfügt das Mega Drive 2 nun über keinen Kopfhörerausgang und keinen Lautstärkeregler mehr. Zudem wurden die Anschlüsse A/V-Out und RF-Out zu einem Einzigen zusammengefügt und gleichzeitig deutlich verkleinert. Auch die Gamepads wurden nun verändert. Sie wurden kleiner und handlicher und bekamen nun endlich drei weitere Aktionsknöpfe dazu, womit die Spiele in Zukunft deutlich komplexer ausfallen konnten. Selbst der Mega Drive-Schriftzug und die Verpackungen der Spiele bekamen ein neues Design.Zeitgleich bekam natürlich auch das » Mega CD eine Runderneuerung. Auch dieses war nun deutlich kleiner und wurde nun seitlich vom Mega Drive angebracht, wodurch der empfindliche Frontlader durch einen soliden und preiswerteren Toplader ersetzt werden konnte. Ansonsten blieb alles beim Alten und selbst die Anschlüsse wurden alle beibehalten. Diese Version war jetzt auch erstmals weltweit flächendeckend verfügbar, wodurch nun auch mitteleuropäische Spieler erstmals in den Genuß der CD-Erweiterung kamen. Die wahrscheinlich größte Hürde bei der Entwicklung der neuen Gehäuse meisterte SEGA vortrefflich. Alte und neue Geräte waren untereinander kompatibel, wodurch alle erdenklichen Kombinationen möglich waren. Ob nun Mega Drive 1 mit Mega CD 2 oder auch Mega Drive 2 mit Mega CD 1 - alles funktionierte tadellos. Eventuell erforderliche Teile dafür legte SEGA gleich mit der Packung bei, so das man als Endverbraucher keinerlei Probleme hatte seine Konstruktion in Gang zu bringen.
Im März 1994 erschien die erste Handheld-Version von SEGA´s » Mega Drive, welcher allerdings ein entscheidentes Kriterium zur vollwertigen tragbaren Konsole fehlte: Der Mega Jet verfügte über keinen LCD. Dies hatte allerdings durchaus einen Sinn, denn die Konsole wurde in erster Linie für den Betrieb in Maschinen der Japan Airlines konzipiert, wo er dort an die LC-Displays, welche in den Rückenlehnen integriert waren, angeschlossen werden konnte. Dazu lieh man die Konsole inklusive eines Moduls mit vier Spielen (unter Anderem Sonic the Hedgehog und Super Monaco GP) an japanischen Flughäfen aus. Natürlich war es auch möglich selbst mitgebrachte Module auf dem kleinen Gerät zu spielen oder gar einen eigenen Mega Jet mitzubringen, da die Geräte auch im Einzelhandel vertrieben wurden.Technisch entspricht der Mega Jet genau dem Mega Drive. Er verfügte über sechs Aktions-Knöpfe, einem Start- und Reset-Button. Zusätzlich war es möglich ein zweites Gamepad anzuschließen, um auch zu zweit Spaß haben zu können. Das aus dem Mega Jet dann einige Jahre später der » Nomad hervorging liegt eigentlich auf der Hand, denn bis auf den fehlenden Bildschirm sind die beiden Geräte nahezu identisch.
Mit dem Multi Mega bringt SEGA Ende 1994 eine feste Kombination aus » Mega Drive und » Mega CD heraus. Die Besonderheit war, das dieses Gerät kaum größer als ein damals handelsüblicher Discman war und es sich mit zwei AA-Batterien auch als solcher verwenden ließ. Dazu waren extra zusätzliche Knöpfe für den CD-Betrieb angebracht, die die mobile Navigation der Audio-CD`s ermöglichte. Für den Spielebetrieb benötigte das Multi Mega allerdings zwingend einen Netzteilanschluss, denn der Betrieb mit Batterien war dafür nicht möglich. Ebenfalls mußte man das Gerät noch mit einem Controller und dem Fernseher verbinden, wodurch die Verkaufsbezeichnung leicht in die Irre führte: Es wurde nämlich als Mobiles Gerät verkauft.Das Multi Mega, welches in den Vereinigten Staaten die Bezeichnung Genesis CDX trug, ist nach Meinung vieler Sammler die wohl schönste und eleganteste Version von SEGA`s 16-Bit-Konsole. Das Gerät wurde auf 5000 Stück limitiert und war für 999,- DM nicht gerade ein Schnäppchen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, das das Multi Mega heute eine der seltensten SEGA-Konsolen ist, für das Sammler auch oft den Neupreis oder mehr zahlen müssen, wenn sie es in gutem Zustand und Originalverpackung wollen. Selbstverständlich war das Multi Mega zu nahezu allem Zubehör der großen Brüder kompatibel. Selbst der » 32x ließ sich damit betreiben, auch wenn SEGA dies offiziell verneinte. Einzige Ausnahme bildete der » Power Base Converter in seiner ersten Gehäuseversion. Die zweite Ausführung machte jedoch keinerlei Schwierigkeiten.
Im Oktober 1995 komprimierte SEGA ihr » Mega Drive zu einer tragbaren Handheld-Version mit integrierten LC-Bildschirm und nannte diesen Nomad (Pojektname Venus). Außer dem Display änderte sich eigentlich nicht viel. Er verfügte neben 6 Aktions-Knöpfen noch über den üblichen Start-Button und einem Mode-Knopf, welcher die Steuerung bei Kompatibelitätsproblemen auf 3 Aktions-Knöpfe begrenzte. Zudem gab es noch einen Regler für den Kontrast und die Lautstärke, sowie einen Kopfhörerausgang. Das besondere am Nomad war, das man an ihm noch ein Gamepad für den zweiten Spieler und einen Fernseher anschließen konnte, wodurch der Nomad zu einer vollwertigen Heimkonsole mutierte.Dieser Handheld, welcher nur in den USA vertrieben wurde, konnte alle Genesis-Module und regionalcodefreien Mega Drive-Module spielen, was sich allerdings als nicht ganz so einfach erwies. Zwar funktionierten die Module einwandfrei, allerdings war der Nomad doch ein recht klobiges Gerät, was man nicht unbedingt als klein und handlich bezeichnen konnte. Zudem machte ein extremer Batteriehunger ein mobiles Spielen nahezu unmöglich. Hier konnte man nur mit einem Netzteil Abhilfe schaffen. Ein weiteres großes Manko war das schlechte LC-Display, welches bei schnellen Spielen, für die SEGA ja bekannt war, zu einem extrem unscharfen und verwaschenem Bild führte. Da bereits SEGA´s Saturn und Sony`s Playstation das Licht der Welt erblickt hatten und der Nomad nur als tragbarer Genesis, anstatt eigenständiger Handheld, vermarktet wurde, war das Interesse für die Konsole relativ gering. Gerade mal eine Million Exemplare wanderten über den Ladentheke, wodurch SEGA auf ein Release in Europa und Japan gänzlich verzichtete. Dennoch ist der Nomad heutzutage ein beliebtes Sammlerstück, für welches man meist weit über 100 Euro auf den Tisch legen muß.
Nachdem SEGA of America erkannte, das sich das » 32x als Aufsatz für das » Mega Drive nur schwierig vermarkten ließ, wollten sie die beiden Geräte in einem Einzigem vereinen. Dazu wurde das Projekt Jupiter wieder aufgegriffen, welches das ursprünglich Konzept des 32x darstellte. Trotz des bereits in den Läden stehenden Saturn, wollte SEGA of America weiterhin ihren treuen Genesis-Kundenstamm erhalten und dem System zu einer Renaissance verhelfen. Also entwickelte man nun mit Hochdruck an dem Neptune getauften Projekt, welches zum Weihnachtsgeschäft 1995 in den Läden stehen sollte. Leider verzögerte sich das Release bis ins nächste Jahr und Saturn und Playstation hatten bereits wichtige Marktanteile erreicht, woraufhin die Konsole fallen gelassen wurde.Mitte des Jahres 1995 wurde bereits ein funktionierender Prototyp des Neptune, welcher sich sogar mit dem » Mega CD verbinden ließ, der Öffentlichkeit vorgestellt. Man kann also nur darüber spekulieren, warum sich das Release der Konsole derart verzögerte. Sollten es einige der Prototypen durch Zufall in Sammlerhand geschafft haben, so sind diese sicherlich unverkäuflich und unbezahlbar. Für weltweites Aufsehen unter den Fans sorgte der Neptune nochmals im Jahr 2001, nachdem eine Spielezeitschrift verkündete, das das Gerät nun doch noch zum Verkauf angeboten würde, was sich im Nachhinein als April-Scherz erwies. Auf der Classic Gaming Expo wurde 2003 ein angeblich funktionierender Neptune ausgestellt. Dies waren auch die letzten Lebenszeichen einer nie existenten Kult-Konsole.
Zu keiner anderen Konsole wurden von Fremdherstellern so viele verschiedene, teils sehr ungewöhnliche, Varianten entwickelt, wie zu SEGA`s Mega Drive. Da selbst heutzutage noch bislang nahezu unbekannte Lizenz-Geräte ausgegraben werden, erhebt der folgende Abschnitt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch dürfte es gelungen sein, den wohl größten Teil zusammenzutragen.

Die wahrscheinlich erste Fremd-Version eines » Mega Drive war der 1991 von IBM konstruierte TeraDrive (links im Bild), welcher in Japan verkauft wurde. Dabei handelte es sich um eine Kombination aus Mega Drive und Home Computer. Es erschienen insgesamt drei verschiedene Versionen des TeraDrive, welchem sogar Entwicklertools für Mega Drive-Software beilagen. Allerdings waren die umgerechnet ca. 3000$ für die meisten Japaner absolut unerschwinglich, wodurch er sich eher mäßig verkaufte. Der PC-Teil baute auf einem 80286-Prozessor mit 10 MHz auf, welcher mit 640 kB bis 2560 kB RAM ausgestattet war. Zudem verfügte er über bis zu zwei Floppy-Laufwerke und in der dritten Version sogar über eine 30 MB Festplatte. Die Wiedergabe von » Mega CD-Spielen war, mit Ausnahme der ersten Version, ebenfalls möglich.
Von Amstrad kam im Jahr 1993 ein ähnliches Gerät in England auf den Markt, welches dort Mega PC (Bild rechts) genannt wurde. Die Farbe war jetzt, wie bei den meisten damaligen Personal Computern, cremefarben und die technische Ausstattung entsprach dem aktuellem Fortschritt. Nun wurde der Computer von einem AMD 80386 mit 25 MHz angetrieben, es gab 1024 kB Arbeitsspeicher und eine Festplatte mit 40 MB. Mega CD´s ließen sich aber nur schwerlich abspielen, denn man benötigte dafür ein separates Modul mit dem Mega CD-BIOS, welches mit einem speziellen Verbindungskabel an den Mega PC angeschlossen wurde. Etwas später erschien daher der Mega Plus, welcher Mega CD-Software auch ohne dieses Modul spielen konnte.

SEGA und JVC veröffentlichten im April 1992 die Wondermega getaufte Kombination aus » Mega Drive und » Mega CD auf dem japanischen Markt. Beide Modelle waren absolut baugleich und nach relativ kurzer Zeit war nur noch die Version von JVC erhältlich, welcher zusätzlich noch eine CD mit vier Spielen beilag. Diese waren Flicky, Paddle Fighter, Pyramid Magic und Quiz Scramble, die ansonsten auf keinem anderen SEGA-System erhältlich waren. Das besondere an dieser Konsole war die extrem üppige Ausstattung. So verfügte das Wondermega, neben dem üblichen regelbarem Kopfhörerausgang und dem RF-Anschluß, zusätzlich über 2 Mikrofoneingänge mit separater Lautstärkeregelung und einem Effektregler, mit dem man Nachhall hinzufügen konnte. Dadurch war es mit einer entsprechenden CD möglich, dem bei Japaner ja sehr beliebtem Karaoke zu fröhnen. Des Weiteren gab es noch einen MIDI-Port, um etwa ein Keyboard oder Synthesizer anzuschließen. Auf der Rückseite finden wir noch 3 Chinch-Anschlüsse für Audio und Video und einen S-Video-Anschluß für deutlich besseres Bild.
Schaltete man die Konsole einmal ein, so erschien ein umfangreiches Menü, welches allerhand Möglichkeiten bot. So konnte man den Klang von Mega Drive- und Mega CD-Spielen und Musik-CD´s hörbar verbessern, für eine Art virtuellen Surround Sound sorgen oder Audio-CD`s schneller oder langsamer abspielen (pitchen). Das CD-Fach, welches im Betrieb sehr schön beleuchtet wurde, konnte man nur über dieses Menü elektrisch öffnen und schließen.
1993 gab es, wie schon beim Mega Drive und Mega CD, eine optische Veränderung des Gehäuses und nannte diese Konsole dann Wondermega 2 (rechts im Bild). Aus technischer Sicht veränderte sich auch hier nur sehr wenig. Der MIDI-Port wurde eingespart und das elektrische CD-Fach wurde durch ein meschanisches ersetzt. Dafür lagen der Konsole aber nun sehr schicke 6-Button-Infrarot-Joypads bei. Nun erschien das Gerät auch erstmals in den USA unter dem Namen X´Eye, bei welchem es allerdings wieder kabelgebundene Controller gab. Beide Versionen des Wondermega, welche leider nie in Europa erschienen, waren nicht zum » 32x kompatibel.

Im Jahr 1978 erschien mit der Laserdisc eine optische Bildplatte, welche einen Durchmesser von 30, 20 oder 12 cm hatte und heutzutage als Vorläufer der DVD gilt. Im Jahr 1993 veröffentlichte Pioneer mit dem LaserActive (links im Bild) einen Laserdisc-Player, welcher gleichzeitig eine Videospielkonsole war. Dazu gab es sogenannte Control Pac´s separat zu erwerben. Mit dem Control Pac-S10 (rechts im Bild) konnte man das Gerät zu einem vollwertigem » Mega Drive mit » Mega CD aufwerten, welcher dann zusätzlich noch das neue MegaLD-Format abspielen konnte. Für dieses Format erschienen allerdings nur eine handvoll Spiele, welche auf eine Laserdisc gepresst waren.
Ebenfalls für das LaserActive erschien das Control Pac-N10, womit der Player zur PC Engine kompatibel wurde und das Control Pac-PC1, welche es ermöglichte spezielle PC- und Macintosh-Programme wiederzugeben. Zusätzlich gab es noch eine 3D-Brille (GOL-1) und ein Karaoke-System (Control Pac-K10).
Die wohl seltsamste » Mega Drive-Konsole brachte 1994 die Firma Aiwa in Japan auf den Markt. Dabei handelte es sich um ein kompaktes CD- und Kassetten-Radio mit integriertem Mega Drive. Das Gerät konnte somit alle Mega Drive-Module, » Mega CD´s, Audio CD´s, Kassetten und Karaoke CD´s wiedergeben. Selbst mit einem » 32x konnte man sie kombinieren, wozu man allerdings das Gerät auf den Rücken legen mußte, da sich der Modulschacht ganz unten an der Front befand. Damit war das Aiwa CSD-GM1 wohl für die Japaner damals das ultimative All-In-One-Gerät.Über dieses Gerät ist leider nur sehr wenig bekannt. Es wurde im arabischen Raum als eine Art Heimcomputer vertrieben und spielte » Mega Drvie-Module ab. Zudem waren beim A330 noch die Programme Painting, Calendar, Arabic Writing und English Writing mit dabei. Der AX990 verfügte, neben der Mega Drive-Kompatibilität, über insgesamt 50 Programme.
1998 erschien in den Vereinigten Staaten von Amerika ein von Majesco Sales vertriebener Genesis 3. Die Hardware war absolut identisch mit der des » Mega Drive, allerdings wurde das Gehäuse im Vergleich zum Mega Drive 2 nochmals erheblich verkleinert. So war das Gerät kaum größer als eine Modulhülle und wurde für anfänglich 50 Dollar angeboten. Aufgrund eines Preisduells mit Nintendo fiel der Preis aber schnell unter 30 Dollar und es konnten insgesammt circa 2 Millionen Geräte verkauft werden.
Die in Brasilien beheimatete Firma TecToy ist bis heute offizieller Lizenznehmer der älteren SEGA Hard- und Software. So bietet sie, neben der Master System-Hardware auch einen Mega Drive 3 auf dem südamerikanischen Kontinent an. Diese » Mega Drive-Variante ist mittlerweile in unterschiedlichen Designs erschienen und ist bis heute käuflich zu erwerben. Es sind bereits 86 Mega Drive-Spiele in der Konsole vorinstalliert, da sie über keinen Modulschacht verfügt.
Im Jahr 2004 begann unter SEGA´s Spielwarenlabel Sega Toys eine bis heute anhaltende Neuvermarktung ihrer Klassiker. Dazu bauten sie einige Spiele in Controller ein, welche oftmals den Originalen aus der » Mega Drive-Ära nachempfunden waren. Den Vertrieb übernahm die chinesische Firma Radica. An den meisten dieser Eingabegeräte hängt ein kleiner Kasten im Mega Drive-Design dran, welcher in erster Linie für die Stromversorgung und den Anschluß an den Fernseher dienlich ist. Die Spiele selbst sind direkt im Controller eingebaut. Besonders bei den Sammlungen sind leider immer wieder einige Gurken dabei, allerdings ist der größte Teil doch recht brauchbar. Obwohl es bisher eigentlich kaum ein Dritthersteller-Produkt nach Deutschland geschafft hatte, konnte man die Sammlungen Arcade Legends I und II sogar in unseren heimischen Multimedia-Märkten finden. Vielleicht finden in Zukunft auch noch weitere dieser Geräte den Weg nach Deutschland.
Bisher sind unter dem Label PlayTV folgende Produkte erschienen:
Arcade Legends I (oben links)
- 3-Button-Controller im Mega Drive-Design
- enthaltene Spiele: Sonic the Hedgehog, Altered Beast, Golden Axe, Kid Chameleon, Dr. Robotnik´s Mean Bean Machine, Flicky
Arcade Legends II (oben mitte)
- 3-Button-Controller im Mega Drive-Design
- enthaltene Spiele: Sonic the Hedgehog 2, Ecco the Dolphin, Gain Ground, The Ooze, Columns, Alex Kidd & the Enchanted Castle
Arcade Legends Street Fighter II (oben rechts)
- zwei 6-Button-Controller im Mega Drive 2-Design
- enthaltene Spiele: Street Fighter II, Ghouls ´n Ghosts
Arcade Legends Menacer (unten links)
- Lightgun
- enthaltene Spiele: Pest Control, Space Station Defender, Whack Ball, Front Line, Rockman´s Zone, Ready Aim Tomatoes
Arcade Legends Outrun 2019 (unten rechts)
- Lenkrad
- enthaltene Spiele: Outrun 2019
Arcade Legends Super Sonic Gold (ohne Bild)
- 3-Button-Controller im Mega Drive-Design
- enthaltene Spiele: Sonic the Hedgehog, Sonic the Hedgehog 2, Sonic Spinball, Dr. Robotnik´s Mean Bean Machine
Arcade Legends Sensible Soccer Plus (unten mitte)
- zwei 3-Button-Controller im Mega Drive-Design
- enthaltene Spiele: Sensible Soccer, Cannon Fodder, Mega Lo Mania

Ende 2007 erschien ein kleiner » Mega Drive-Handheld mit 20 vorinstallierten Spielen. Der Mega Drive Portable läuft mit drei AAA Batterien und verfügt über einen 2,4 Zoll großen Farb-LCD. Man kann ihn sogar an einen Fernseher anschließen und so die Spiele am großen Bildschirm geniesen. Vertrieben wird er in Brasilien von TecToy, in China von AtGames und sogar in Deutschland von einer Firma namens Millenium 2000. Bei uns war er im Weihnachtsgeschäft 2007 in verschiedenen Discountern für 50 Euro erhältlich. Für das Weihnachtsgeschäft 2008 gab es bei Aldi Süd eine neue Version mit einer leicht geänderten Spieleliste für ca. 30 Euro.
Liste der enthaltenen Spiele:
Version 1 & 2:
- Alex Kidd in the Enchanted Castle
- Alien Storm
- Altered Beast
- Arrow Flash
- Columns III
- Crack Down
- Decap Attack
- Dr. Robotnik´s Mean Bean Machine
- Ecco the Dolphin
- Ecco Jr.
- ESWAT: City Under Siege
- Flicky
- Gain Ground
- Golden Axe
- Jewel Master
- Kid Chameleon
- Shinobi III - Return of the Ninja Master
- Ristar
- Shadow Dancer
- Sonic and Knuckles
Version 3
- Alex Kidd in the Enchanted Castle
- Alien Storm
- Arrow Flash
- Bonanza Bros.
- Columns III
- Comix Zone
- Crack Down
- Decap Attack
- Dr. Robotnik´s Mean Bean Machine
- Ecco the Dolphin
- ESWAT: City Under Siege
- Fatal Labyrinth
- Flicky
- Golden Axe
- Jewel Master
- Kid Chameleon
- Shadow Dancer
- Sonic and Knuckles
- Sonic Spinball
- The Ooze
- Vectorman
Seit dem 21. Juli 2008 gibt es in Asien wieder einen neuen » Mega Drive-Abkömmling: Den Twin Pad Player der Firma AtGames. In diesem Gerät, welches kaum größer als ein Mega Drive-Modul ist, sind wieder die 20 Spiele vorinstalliert, welche schon beim » Mega Drive Portable (Version 1 & 2) dabei waren. Allerdings verfügt die kleine Konsole noch über einen Modulschacht und Anschlüsse für zwei Controller, welche in Form zweier 6-Button-Pads bereits beiligen. Da die Controllerports mit denen des Mega Drive identisch sind, können auch alle anderen kompatiblen Eingabegeräte verwendet werden. Die Besonderheit des Twin Pad Player ist, das alle Mega Drive- und Genesis-Module gespielt werden können, da er Region-Free ist und über einen PAL/NTSC-Wahlschalter verfügt. Außerdem können noch sogenannte RedKid-Cartridges benutzt werden, die extra für die Konsole erscheinen und ganze Sammlungen von Mega Drive-Spielen enthalten.Im Laufe der Zeit sind für den Mega Drive viele verschiedene Zubehörteile und Eingabegeräte erschienen. Sie alle zu listen wäre wahrscheinlich eine Lebensaufgabe. Daher will ich mich in diesem Absatz nur auf das Original-Zubehör aus dem Hause SEGA beschäftigen.

Die wohl verbreitesten Adapter für das » Mega Drive ist wohl der Master System Converter, welcher in zwei Versionen erschienen ist. Als ersters kam der sogenannte Power Base Converter für den ursprünglichen Mega Drive, welcher nicht nur Master System-Cartridges lesen könnte, sondern auch zur SEGA Card (einer kleinen Scheckkartenähnlichen Game-Card) kompatibel war. Somit war es auch mögliche die 3D Glasses des Master Systems anzuschließen. Da das Master System keine Pause-Taste auf dem Gamepad hatte, war der Pause-Button umständlicherweise direkt am Converter untergebracht.
Mit dem » Mega Drive 2 wurde auch ein neuer Konverter fällig, da der Alte nicht zum neuen Gerät kompatibel war. Also brachte man den Master System Converter II heraus, welcher nun einem normalen Modul recht ähnlich sah. Die Unterstützung für SEGA Cards und damit auch für die 3D Glasses wurde eingespart. Das die Pause-Taste hier wieder direkt am Konverter plaziert war, hatte mitunter unangenehme folgen. Drückte man etwas energischer auf die Taste, so konnte es durch den resultierenden Wackler passieren, das das Spiel abstürzte. Daher sei zu empfehlen die Taste nur äußerst vorsichtig zu benutzen. Dieser zweite Konverter war nun zu alle gängigen Mega Drive-Modelle kompatibel.

Wie man das nun mittlerweile von SEGA kennt, gab es auch wieder einige ungewöhnliche Geräte für den Anschluß an den » Mega Drive, welche natürlich vornehmlich am japanischen Markt erschienen. So gab es für diese Karaoke-Begeisterte Nation einen Karaoke-Adaper, welcher seitlich an das Mega Drive mit vorhandenem » Mega CD angeschlossen wurde und welchem auch ein Mikrofon beilag.
Das nächste ungewöhnliche Ding war das Mega Modem, welches 1991 erschien und Zugang zum eigens geschaffenen Mega Net gab. Das Set bestand aus einem Modem, welches in den EXT-Port an der Rückseite des Mega Drive gesteckt wurde und einem Modul, welches neben der Zugangssoftware auch etwas Platz für downloadbare Spiele bot. Dieses 2.400 bit/s schnelle Modem-System war wohl das erste Sytsem, welches Multiplayer-Gaming mit einer weiteren Konsole erlaubte. Der große Erfolg blieb dem System allerdings verwehrt, wodurch ein geplantes Release in Amerika unter dem Namen Tele Genesis gestoppt wurde. Das Softwareangebot für das System blieb daher auch sehr überschaubar. Einige der Titel sind Phantasy Star II Text-Adventures, Fatal Labyrinth, Sonic Eraser (eine Mischung aus Sonic the Hedgehog und Columns) oder einen Mahjong-Klon. Im Jahr 1995 wurde der Service nochmals in Brasilien gestartet und auch die Spieleauswahl erhöht. Nun waren auch einige populäre Spiele wie Mortal Kombat 2 oder Fifa Soccer´95 verfügbar.
Im Jahr 1991 kündigte SEGA einen Virtual Reality-Helm für das Mega Drive an. Wie bei anderen, damals üblichen VR-Systemen waren in den Helm 2 Displays und ein Kopfhörer eingebaut. Gesteuert wurde über die Bewegungen des Kopfes. Allerdings gab es wohl einige Schwierigkeiten bei der Entwicklung und so kam das Gerät nie über den Prototyp-Status hinaus. 1993 sah man den SEGA VR getauften Helm auf Computer-Messen das letzte mal.

Natürlich gab es wie für jede Konsole eine kleine Auswahl an verschiedenen Controllern. Allen voran natürlich die beliebten und am häufigsten genutzen Gamepads. Die SEGA-Gamepads zeichneten sich durch ein für damalige Verhältnisse ungewöhnliches und ergonomisches Design aus. Durch die geschwunge Form lag das Pad wunderbar in der Hand und beugte so Ermüdung vor. Die Pads waren mit einem 8-Richtungs-Steuerkreuz, 3 Aktions-Knöpfen und einem Start-Button ausgestattet. Zur normalen Version, welche jeder Konsole beilag, gab es auch noch eine mit zusätzlicher Rapid-Fire-Funktion, welche schnelles Triggern bei gedrückt gehaltener Taste simulierte. Passend zu den Pads gab es natürlich auch einen Arcade Stick, welcher verhältnismäßig groß und schwer war, wodurch er einen soliden Stand hatte. Leider verzichtete man beim dem Arcade Stick auf hochwertigere Micro-Schalter, wodurch die Präzision der Steuerung etwas litt. Nichts desto trotz handelte es sich dabei um einen sehr soliden Stick, mit welchem man jedes Arcade-Spiel gut unter Kontrolle brachte. Er verfügte ebenfalls über 8 Richtungen, 3 Aktions-Knöpfe, einen Star-Button und eine Rapid-Fire-Funktion.
Mit dem Gehäuse-Update des » Mega Drive 2 wurden auch optisch angepaßte Controller veröffentlicht. Die zunehmende Komplexität der Spiele erforderte auch, das alles Controller um 3 Zusätzliche Aktions-Knöpfe auf nunmehr 6 erweitert wurden. Wie schon bei der ersten Version der Controller gab es wieder die Pads, die dem Mega Drive 2 bereits beilagen und einen Arcade-Stick, welcher neben der angepassten Optik und den 3 zusätlichen Buttons neuerdings über eine Rapid-Fire-Funktion verfügte, welche man für jeden Knopf seperat einstellen konnte. Auch bei diesem Modell entschied man sich leider wieder gegen die präziseren, aber auch teureren Micro-Schalter.

SEGA veröffentlichte zeitnah zum Mega Drive 2 auch ein Set von 2 Infrarot-Controllern, welche auch zu den älteren Mega Drive-Modellen kompatibel waren. Ein ähnliches Set gab es auch schon für das erste Mega Drive, allerdings wurde dies noch vom Fremdhersteller WKK vertrieben. Neben dem fast identischen Design der Mega Drive 2-Controller (der Start-Knopf ist hier über den 6 Aktions-Knöpfen), verfügen die Pads zustätzliche über einen Wahlschalter für Pad 1/Pad 2 und natürlich über den Infrarot-Sender. Für den Betrieb waren pro Pad 2 AAA-Batterien nötig. Die IR-Pads sind an und für sich eine sehr bequeme Alternative zu den kabelgebundenen Controllern, jedoch verfügen sie über alle Nachteile, die die Infrarot-Technik so bietet. Kam man mit den Pads außer Reichweite des Empfängers, so wurde der Tastendruck nicht mehr erkannt und man starb in vielen Fällen so einen unnötigen Bildschirmtod. Dies passierte oft schon, wenn man die Pads im eifer des Gefechts leicht ankippte. Zudem könnte das Steuerkreuz nur 4 der 8 Richtungen wirklich präzise wiedergeben, wodurch der Druck auf die Diagonalen meist unbeachtet blieb. Zwar waren viele Spiele eh nur auf 4 Richtungen ausgelegt, aber bei den Seltenen, welche die anderen 4 erforderten (z.B. Landstalker hatte man so ein recht großes Problem.
Ab und an brauchte man mal am Mega Drive mehr als nur 2 Controller, was in den meisten Fällen auf Sportspiele zutraf. So gab es die Möglichkeit, das die Entwickler die Spiele in spezielle Module einbauten, welche den Anschluß zweier zusätzlicher Controller ermöglichte oder man verwendete den 4-Player Adaptor. Mit diesem war es nun möglich pro Controller-Port ganze 4 Controller anzuschließen, was dann bei 2 gleichzeitig verwendeten Adaptern dazu führte, das man fast schon unglaubliche 8 Game-Controller anschließen kann. Wärend es 4-Spieler-Spiele relativ häufig waren, blieb die Anzahl der Spiele für 8 Spieler relativ überschaubar. International Superstar Soccer Deluxe gehörte zum Beispiel zu einem der wenigen Spiele für 1-8 Spieler, allerdings war der Spaß-Faktor zu acht an einem (hoffentlich großen) Fernseher unübertroffen.

Nachdem nun Nintendo mit der Maus für Ihr Super Nintendo Entertainment System besonders durch Mario Paint einen recht großen Erfolg hatte, lieferte nun auch SEGA eine Maus für ihr Mega Drive nach. Die erste Version verfügte über 3-Knöpfe und einen Start-Button, wohingegen die zweite Version, wieder passend zur Mega Drive 2, nur noch über 2 Knöpfe verfügte. Dafür konnte man diese auch umdrehen und als Trackball verwenden. Jeder Maus lag auch ein kleines SEGA-Mauspad bei. Die Softwareunterstützung blieb allerdings zum größten Teil aus, so das es sich um ein leider relativ nutzloses Zubehörteil handelte. Selbst die meisten großen Strategiespiele unterstützten die Maus nicht und falls sie mal doch unterstützt wurde, so griff man nach kurzer Zeit doch wieder auf das Gamepad zurück, weil die Maus-Steuerung oft zum verzweifeln war.
Wie für eigentlich jede Konsole üblich bekam natürlich auch das Mega Drive eine Lightgun, welche Menacer getauft wurde. Besonders ungewöhnlich war die Größe und das sehr futuristische Design. Allerdings verschlief SEGA auch hier die Entwicklung passender Software und so blieb man in erster Linie auf die beiliegende Cartridge beschränkt, welche 6 Spiele beinhaltete. Die Menacer bestand aus drei zerlegbaren Teilen: Zum einen wäre da die Lightgun an sich, welche man einfach so in der Hand halten konnte. Zusätzlich konnte man dann noch ein Schulterstück und Zielfernrohr aufsetzen. Das Zielfernrohr war dabei für beide Augen gedacht und ziemlich unnütz, weil man beim Durchschauen nicht mehr den ganzen Bildschirm überblicken konnte. Da die Menacer kabellos war, benötigte man zum Betrieb zusätzlich noch 6 AAA-Batterien. Da, wie erwähnt, das große Softwareangebot fehlte, verkaufte sich die Gun nur mäßig, was sie heute zu einem begehrten Sammlerobjekt macht.
Das wohl ungewöhlichste Eingabegerät war wohl der Activator. Am ehesten kann man ihn grob mit den heutigen Tanzmatten vergleichen, allerdings war das Funktionsprinzip völlig anders. Der Activator-Ring wurde flach auch den Boden gelegt. Nun gab es an jeder der acht Seiten einen Infrarot-Sender, welcher einen Infrarot-Strahl senkrecht nach oben schickte. Unterbrach man den Strahl nun durch seine Bewegungen mit Hand oder Fuß, so wurde eine entsprechende Aktion ausgelöst. Vorn, hinten, links und rechts entsprachen dabei den Richtungen des Steuerkreuzes. Hinten links und hinten rechts waren der A-Button, vorn links und vorn rechts befanden sich B und C. Lößte man beide A-Sensoren zeitgleich aus, entsprach das dem Druck auf den Start-Knopf. Somit konnte man nahezu alle Spiele des Mega Drive mit dem Activator spielen, was sich jedoch in der Praxis nicht halb so toll gestaltete, wie es im Produktvideo den Anschein hatte.
| Mega Drive | |||
| Prozessor: | Motorola 68000 (16 Bit) | Takt: | 7,67 MHz (NTSC) 7,61 MHz (PAL) |
| Co-Prozessor: | Zilog Z80a (8 Bit) | Takt: | 3,58 MHz (NTSC) 3,55 MHz (PAL) |
| primärer Soundchip | Yamaha YM2612 | Kanäle: | 6 Kanäle Stereo |
| sekundärer Soundchip: | Texas Instruments PSG SN76489 | Kanäle: | 4 Kanäle Stereo |
| ROM / RAM: | 1 MB / 64 kB | Video RAM: | 64 KB |
| Colour RAM: | 64 x 9 bit | Sound RAM: | 8 kB |
| Farbpalette: davon gleichzeitig: | 512 Farben 64 Farben | Auflösung: | 320 x 224 (NTSC) 320 x 240 (PAL) |
| Maximale Sprites: | 80 | Medium: | ROM Cartridge |
| Mega CD | |||
| Prozessor: | Motorola 68000 (16 Bit) | Takt: | 12,5 MHz |
| Soundchip: | Ricoh RF5C164 | Kanäle: | 8 Kanäle Stereo (18 Kanäle gesamt) |
| Laufwerk: | 1x Speed CD-ROM | Transferrate: Zugriffszeit: | 150 kB/s 800ms |
| Speicher für Spielstände: | 64 kbit intern/ externe Module | Medium: | CD-ROM CD-Audio CD+G (Karaoke) CD-Single (8cm) |
| 32x | |||
| Prozessor: | 2x Hitachi SH-2 (32 Bit RISC) | Takt: | 2 x 23 MHz |
| Co-Prozessoren: (vom Mega Drive und Mega CD) | Motorola 68000 Zilog Z80a Motorola 68000 | Takt: | 7,67/7,61 MHz 3,58/3,55 MHz 12,5 MHz |
| Farbpalette: davon gleichzeitig: | 32.768 Farben 256/32.768 Farben | Medium: | ROM Cartridge CD-ROM (mit Mega CD) |
Geschrieben von SdH

