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Der Herr der Ringe



Daten  
Name:Der Herr der RingeKonsole:Super Nintendo
Hersteller:InterplaySprache:Deutsch
Multiplayer:5 SpielerSpeicherfunktion:Passwörter
Release:1994Genre:Rollenspiel



Ein Ring sie zu knechten...

Noch lange vor dem "Der Herr der "Ringe" Hype der durch die grandiose Verfilmung von Peter Jackson ausgelöst wurde, befassten sich auch Spielehersteller immer wieder mit der Thematik. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch für den Super Nintendo eine Umsetzung erschien. Laut Herstellerbeschreibung sollte das ganze ein Action/Adventure/Rollenspiel sein. Zelda meets Mittelerde? Zelda war ja klasse, wenn das Herr der Ringe Spiel da rankommt das wär ja echt der absolute Wahnsinn.




Los gehts, Spiel rein Joypad in die Hand. Erste Ernüchterung. Die Grafik sieht sehr lieblos aus. Da wär doch auf dem SNES wesentlich mehr drin. Aber Optik ist ja bekanntlich nicht alles, auch die tieferen Werte soll man ja auch berücksichtigen. Also mach ich mich mal auf den Weg. Nach kurzer Suche treffe ich auf Sam, der will aber erst mitkommen, wenn wir eine Brille finden. Hurra, ich hab den ersten Quest. Also los. Nach einer Wanderung und den ersten Kämpfen, bei denen ich die suspekte Steuerung für Angriff/Abwehr zum ersten mal verfluche, finde ich besagte Brille nebst einigen anderen Gegenständen in einer Höhle. Zurück zu Sam und Quest eins erfüllt. Bei Gesprächen mit den anderen Hobbits bekomme ich noch weitere Aufgaben, die sich aber meist in finde dieses oder bring jenes zu Person X. Ein wenig Abwechslung hätte nicht geschadet. Aber man ist ja schließlich noch im Auenland, wo Abenteuer nicht gewünscht werden. Achja, wenn man Pippin vor den Wölfen rettet, ist man nun schon zu dritt. Weiter gehts zur Fähre, da die Brandywine Bridge von einem Ringgeist bewacht wird (leider etwas zu spät bemerkt......)



Im alten Wald trifft man dann auch auf Merry und die Hobbits sind komplett. Natürlich auch hier wieder vereinzelte Kämpfe. Erfreulich an dieser Stelle: der gern vergessene Tom Bombadil hat einen Auftritt. Schön, dass sich hier die Spieldesigner mal an das Buch gehalten haben. Nach einer Wanderung durch die Hügelgräber trifft man in Bree ein. Seltsam, ich hatte mir Bree bei der Lektüre des Buches wie eine Stadt vorgestellt, im Spiel ist es eine lieblose Ansammlung von 9 Häusern. Nach wenigen Gesprächen und ein paar kleinen Aufgaben gesellt sich nun auch Streicher/Aragorn zur Truppe.



Und so wandert man weiter und weiter trifft im Laufe der Zeit auf Legolas, Gimli und andere bekannte Personen der Tolkien Saga bis man schließlich in Moria eintrifft. Deser Level ist mit Abstand der umfangreichste. Ich glaube, die Mine ist insgesamt größer als die normale World-Map. Stimmungsmäßig trifft dieser Level am meisten die geschilderte Situation im Buch. Tagelange Märsche ohne zu wissen, ob man den richtigen Weg gewählt hat. Diverse Rätsel wie "finde Gegenstand X um Tür Y aufzumachen" stellen neben den Kämpfen die einzige Herausforderung dar. Also nehmt alles mit was Ihr findet. Auch ich hab geflucht wie ein Uruk, als ich oft wieder den ganzen Weg zurück mußte, um irgendwas zu holen/finden.



Die Grafik find ich sehr lieblos. Details sucht man vergeblich, hier und da mal ein Busch oder Baum. Man hätte viel mehr Stimmung reinbringen können. Die Hobbithöhlen schöner gestalten, z.B. Details wie Rauch aus dem Kamin, ein kleiner Garten vor den Smials, unterschiedliche Vegetation. Schade, da bieten eigentlich fast alle Konkurrenten besseres.



Hauptkritikpunkt ist die Steuerung. Bei Kämpfen ein Witz. Es ist eigentlich mehr ein Geschicklichkeits- bzw. Reaktionstest (böse Zungen nennen es Glückspiel) als eine Möglichkeit, die Gegner anzugreifen bzw. sie abzuwehren. Da die Quests eigentlich nicht schwer sind, haben die Programmierer durch die unausgereifte Steuerung den Schwierigkeitsgrad unnötig nach oben geschraubt. Ein rundenbasierter Kampf wäre hier wesentlich sinnvoller gewesen.



Schade, dass ich keine bessere Wertung für das Spiel geben kann. Vielleicht hab ich meine Erwartungen als Herr der Ringe Fan (seit mittlerweile 20 Jahren...) zu hoch gesetzt. Irgendwie kam nicht so die Motivation wie bei Zelda, Mystic Quest und Final Fantasy auf. Die Story hätte so viel zu bieten. Leider reicht es immer nur für Kämpfe deren Ausgang teilweise willkürlich erscheinen oder simple "benutze Gegenstand A an Person B" Aufgaben.


Bild



 

Der Herr der Ringe - Screenshot - Der Titelbildschirm
Der Titelbildschirm
Der Herr der Ringe - Screenshot - Hobbingen
Hobbingen
Der Herr der Ringe - Screenshot - Rettet Pippin vor den Wölfen
Rettet Pippin vor den Wölfen
Der Herr der Ringe - Screenshot - Die Gefährten in Moria
Die Gefährten in Moria


 

  GrafikBewertung3/10
  SoundBewertung5/10
  SteuerungBewertung1/10
  UmfangBewertung8/10
  SpielspassBewertung5/10


 

Wer ein solides Konsolen RPG sucht, soll lieber zu Mystic Quest/Final Fantasy, Soulblazer und Co. greifen. Hardcore Fans von Frodo samt Gefährten werden sich auch nach dieser schlechten Bewertung nicht abhalten lassen (auch ich wurde vor dem Spiel gewarnt und was hats geholfen?!?!)



Geschrieben von Drizzt

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